Feldversuche 2025 in der EU

Auswahl aus ► Tabelle in Freilandversuche 2025 in Europa

Spanien:

In Spanien wollen Forschungseinrichtungen und Züchterunternehmen insgesamt 12 Feldversuche durchführen, wobei sich zwei auf klassische gv-Pflanzen beziehen.

Mais

Drei Freisetzungen von ge-Mais (►B/ES/24/21; ►B/ES/24/22; ►B/ES/24/23) werden von Züchtungsunternehmen durchgeführt und eine (►B/ES/25/13) von dem belgischen Forschungsinstitut VIB (Vlaams Interuniversitair Instituut voor Biotechnologie) zu einem trockentoleranten Mais. Ein Mais mit der gleichen genetischen Modifikation wurde auch bereits2022 in Belgien freigesetzt. Mit diesen Versuchen soll die Resistenzfähigkeit gegen Trockenheit unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen getestet werden.

Reis      

In diesem Freisetzungsversuch in 2025 der Universität on Lleoda (B/ES/25/06 ) sollen agronomische Eigenschaften des editierten Reis, bei dem das Gen Bsr-d1 durch CRISPR-Cas 9 inaktiviert wurde. Das Gen Bsr-d1 verleiht dem Reis eine breite Resistenz gegen den Pilz Magnaporthe oryzae.

Orangen 

In dem über 10 Jahre laufenden Freisetzungsversuche  (B/ES/25/19) der Firma GCM Citrus SL soll eineerseits die mögliche erhöhte Anthocyan- und Carotinoid -Synthese in gv- und ge-Orangen untersucht werden. Anderseits wird ein Augenmerk auf die Stabilität der Fruchtbildung, die Bewertung der Fruchtqualität und mögliche Unterschiede in den Fruchtmerkmalen im Vergleich zu den Kontrollsorten. Die genetischen  Veränderungen beziehen sich auf die Insertion von Transgenen durch intragenische oder cisgenische Strategien oder auf eine gezielte Genomeditierung.

Italien

Reis

Die Universität Mailand (Università degli Studi di Milano) führt auch 2025 ihre Freilandversuche mit ge-Reis, der resistent gegen den Reisbrandpilz Pyricularia oryzae ist, aus dem Jahr2024 (B/IT24/01) fort. Durch das CRISPR/Cas-Verfahren werden im Reis drei Gene (Pi21, HMA1 und HMA2) inaktiviert. Dies ge-Reisvarianten erwiesen sich als widerstandsfähig gegen Reisbranderreger (siehe auch: https://www.wggev.de/genomeditierter-reis-in-italien-freigesetzt/). In dem neuem Vorhaben (B/IT25/01) soll mit den Reislinien Ris8imo-Telemaco die Toleranzfähigkeiten gegen den Erreger im Vergleich zu den Elternlinien überprüft werden, wenn während der Anbauperiode  keine Fungizide eingesetzt werden.

Wein

Die Feldversuche (B/IT/24/03) mit  ge-Weinreben, die gegen den Erreger des falschen Mehltaus resistent sind, konnten 2024 auf Gund der Feldverwüstung nicht ausgewertet werden. Deshalb werden die Vedrsuche 2025 wiederholt ( Laufzeit des Projekt 2024 – 2028). (siehe auch: https://www.wggev.de/zerstoerungen-von-versuchsfeldern-mit-ngt-pflanzen/)

Neu begonnen haben 2025 die Felduntersuchungen mit ge-Chardonny+ Weinreben des Unternehmens Fondazione Edmund Mach(B/IT/24/04). Die Weinstöcke weisen eine ähnliche genetische Veränderung auf, wie die aus B/IT20/03. Hier wurde die Gene DMR6-1 und DMR6-2 durch Punktmutationen inaktiviert. Dies hat eine leicht erhöhte Synthese von Salicylsäure zur Folge. Dies wiederum verbessert die Resistenz gegen den Oomyceten Plasmopara viticola, den Erreger der als Falscher Mehltaus.

In den Untersuchungen soll die Toleranz der NGT-1-Reben gegen den falschen Mehltau unter Feldbedingungen untersucht und geprüft werden, inwieweit Pflanzenschutzmittel eingespart werden können.

Tomate

In den Untersuchungen (B/25/03/) der Universität Turin (Dipartimento di Scienze Agrarie Forestali e Alimentari (DISAFA), Università degli Studi di Torino) wurde in Tomaten das DMR6-1 Gen durch Genomeditierung inaktiviert. Dies hat einen Einfluss auf die Syntheserate der Salicylsäure. Salicylsäure wiederum verringert die Empfindlichkeit gegenüber Pathogenen.

In den Freisetzungsversuch soll generell das Vermögen der ge-Tomate sich vor Pathogen zu schützen, getestet werden.

Dänemark und Niederlande  –  Kartoffeln 

Resistenz gegenüber der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans). (siehe auch: https://www.wggev.de/genomeditierte-kartoffeln-resistenz-kraut-und-knollenfaeule/)

Kartoffeln – Dänemark

Dänemark hat drei Freilandversuche mit Kartoffeln angemeldet, ein Versuch (B/DK/25/34958) wird mit cisgenen Kartoffeln zur Testung der Resistenz gegenüber der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) durchgeführt, die beiden anderen mit genomeditiertenKaretoffelvarietäten.

CRISPR/Cas-StDMR6-1-Kartoffel

Für die Freisetzungsversuche (B/DK/25/Kuras) der Firma KMC Amba wurde das DMR6-1-Gen durch das CRISPR-Cas-Verfahren inaktiviert. Das Downey-Mildew-Resistenz-6-Gen (DMR6) ist eines von vielen S-Genen, die identifiziert wurden. Mutationen in DMR6 erhöhen die Resistenz gegen Oomyceten in Kartoffeln und Tomaten sowie gegen Mehltau und bakterielle Infektionen in Tomaten. Es wird angenommen, dass DMR6 den Gehalt an Salicylsäure reguliert, einem Pflanzenhormon. Untersuchungen haben gezeigt, dass Mutationen im DMR6-Gen die Anfälligkeit gegen Schaderreger reduziert ist.

Das kurzfristige Ziel in den Feldversuchen besteht darin, die veränderte Anfälligkeit für Kraut- und Knollenfäule unter Feldbedingungen zu bewerten. Im Rahmen des Feldversuchs wird der Einsatz von CRISPR-Cas als Methode zur Verbesserung der Anfälligkeit von Kartoffelsorten für Kraut- und Knollenfäule analysiert.

CRISPR/Cas-StCBP-Kartoffel

Für die Freisetzungsversuche (B/DK/25/Ydun_v1) der Firma KMC Amba wurde das CBP-Gen durch das CRISPR-Cas-Verfahren inaktiviert. Hierdurch wird die Empfindlichkeit der Kartoffelpflanze gegen den Schaderreger reduziert. In den Freisetzungsversuchen soll die Empfindlichkeit der Pflanzen unter natürlichen Umweltbedingen getestet und bewertet werden.

Kartoffeln – Niederlande

In den Freisetzungsversuchen (B/NL/25/007) der Universität Wageningen, die über 10 Jahre angelegt sind, werden genomeditierte Kartoffel, die in den Genen DND1, PMR4, DMR6-1 und SR4 Mutationen aufweisen verwendet. In den Versuchen soll unter natürlichen Umweltbedingungen die Krankheitsresistenz /-anfälligkeit und die agronomische Leistungsfähigkeit von ge-Kartoffelpflanzen im Vergleich zu den Kontrollpflanzen getestet werden. 

Tschechien (Tschechische Republik)

Aus Tschechien wurden vier Freisetzungsversuche mit Gerste angemeldet; drei beziehen sich auf ge-Gerste und einer auf eine gv-Gerste (B/CZ/25/07).

Der Freisetzungsversuch mit gv-Gerste Linien (B/CZ/25/07) wird von dem Saatgutunternehmen Úsovsko a.s. über einen Zeitraum von 9 Jahren durchgeführt. In der Gerste wurden die Gene s OST1, HT1 und SHEER durch das CRISPR/Cas-System inaktiviert. Die Geninaktivierungen haben keinen Einfluss auf den Phänotyp, aber auf die Stomatafunktion und Ozonempfindlichkeit. In den Feldversuchen soll mit unterschiedlichen gv-Gertelinien eine veränderte Ozonaufnahme, Ozonempfindlichkeit und Stomata-Modifikation auf die Leistung und Produktivität unter natürlichen Umweltbedingungen analysiert werden.

 

Die Feldversuche mit der ge-Gerste (B/CZ/25/06) des Saatgutunternehmen Úsovsko a.s. beziehen sich auf eine Gerste bei der das ARE1-Gen mit Hilfe von CRISPR/Cas mutiert wurde. Das ARE1-Gen ist ein negativer Regulator des Stickstoffstoffwechsels und der Seneszenz. In dem 10-jährigen Freisetzungsversuch sollen mögliche Verbesserungen agronomischen Merkmale untersucht werden.  

 

Der Freisetzungsversuch (B/CZ/25/02) wird vom Institut für Experimentelle Botanik der Tschechischen Akademie der Wissenschaften mit einer in VRN1-genomeditierten Gerste durchgeführt. Das VRN1-Gen ist ein wichtiger Integrator der Kälteexposition (Vernalisation) und ein Aktivator der Blüte bei Gersten. In den Feldversuchen (2026-2035) sollen die agronomischen Merkmale analysiert werden, die durch die HvVRN1-Genmutation in der Sommergerstensorte Golden Promise beeinflusst werden.

 

Der Freisetzungsversuch (B/CZ/25/01) wird vom Institut für Experimentelle Botanik der Tschechischen Akademie der Wissenschaften mit der Sommergerste TL-GP-PIL1 mit einer Mutation im HvPIL1-Gen durchgeführt.  Ziel ist es, die Konsistenz des mutierten Phänotyps unter Feldbedingungen zu bewerten. Das PIL1-Gen reguliert die Expression mehrerer Gene, die an der Zellwandausdehnung beteiligt sind, wie z. B. Expansine, und ist somit an der Regulierung des Pflanzenwachstums beteiligt.

Belgien

Aus Belgien wurden zwei Freisetzungsversuche mit Mais gemeldet.

In dem zweijährigen Feldversuch (B/BE/25/1) des VIB (Vlaams Interuniversitair Instituut voor Biotechnologie) soll ge-Mais mit erhöhter Ernteleistung unter normalen klimatischen Bedingungen zu testen und ob die Pflanzen aufgrund der Zunahme der Blattgröße, des Stammdurchmessers, der Pflanzenhöhe und der Kolbengröße eine erhöhte Biomasse aufweisen. Die verbesserte Leistung wurde durch die Inaktivierung von zwei Transkriptionsfaktor-Genen (GRF10 und TCP42) mittel CRISPR/Cas erreicht.

Der Feldversuch (B/BE/24/V7) der Firma Corteva Agriscience Belgium B.V. mit drei unterschiedlichen ge-Maisvarietäten erfolgt im Zeitraum April 2025 bis November 2026.

  1. CRISPR-Cas9-Waxy-Mais in dem das Wx1-Gen inaktiviert ist.
  2. CRISPR-Cas9-NLB18-Mais mit verbesserter Resistenz gegen Turcicum-Blattfleckenkrankheit NCLB (Erreger: Setosphaeria turcica). Hier wurde das krankheitsanfällige Allel des NLB18-Gens (NLB18 S) durch das krankheitsresistente Allel desselben Gens (NLB18-R) ersetzt.
  3. CRISPR-Cas9 DL-Mais mit verbesserter Resistenz gegen NCLB. Durch die  CRISPR-Cas9-Technologieein einzelnern Sequenzlocus von Cisgenen (NLB18, Ht1 und RppK) eingebaut.

Stand 29.11.2025

© WGG Jany-11-2025

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