Aktuelles

Aktuelles vom WGG sowie zu den Themen Genomeditierung, Genome Editing, neue genomische Techniken (NGT) und Gentechnik im Agrar- und Lebensmittelbereich

Presse- und Medienberichte

Nichts ist aktueller als die aktuellen Presse- und Medienberichte zu den obengenannten Themen.

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Sunday Evening News

Der Rückblick auf die vergangene Woche mit Pressemeldungen, Tagungen und Literatur.

Hier geht zu den Sunday Evening News.

2024 Aktuelles zu den neuen genomischen Techniken und zur Gentechnik

Im Folgenden werden die Bereiche der Genomeditierung / neuen genomischen Techniken (NGT) und der „klassischen“ Gentechnik separat in einer chronologischen Reihung ausgeführt.

 

Bereich Genomeditierung / Neue genomische Techniken (NGT)

► EFI – Expertenkommission Forschung und Innovation (2024): Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit Deutschlands 2024, Berlin: EFI.

Die Expertenkommission analysiert die Lage zur Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit in Deutschland zum Teil im Vergleich zu weltweiten Entwicklungen und geben Empfehlungen an die Bundesregierungen. Ihre Kernthemen für 2024 sind

  • Neue Technologien für eine nachhaltige Landwirtschaft
  • Internationale Mobilität im Wissenschafts- und Innovationssystem
  • Soziale Innovationen – wesentliches Element zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen
  • Künstliche Intelligenz

Für den WGG ist das Kernthema „Neue Technologien für eine nachhaltige Landwirtschaft“ mit ihren Empfehlungen von besonderer Bedeutung:

  • Die Ausbringung von Pflanzenschutz- und Düngemitteln sollte nach dem Vorbild Dänemarks mit einer Abgabe belegt werden. 
  • Die digitale Infrastruktur in ländlichen Regionen muss ausgebaut werden. 
  • Die Bundesregierung sollte einen über die Bundesländer hinweg einheitlichen Datenraum für die Landwirtschaft schaffen und klare Regelungen zu Datenschutz sowie Datenhoheit verabschieden. 
  • Die Bundesregierung sollte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im Umgang mit digitalen und smarten Technologien ausbauen und finanziell unterstützen. 
  • Hinsichtlich der Grünen Gentechnik bedarf es einer wissenschaftlich fundierten und koordinierten Kommunikationsstrategie der Bundesregierung, die sich auch im politischen Handeln widerspiegelt. 
  • Die Bundesregierung sollte dem von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag zur differenzierten Regulierung von genomeditierten Pflanzen bei der Abstimmung im Europäischen Rat zustimmen. 
  • Langfristig sollte sich die Bundesregierung bei der EU für eine vom gentechnischen Verfahren unabhängige Regulierung der Grünen Gentechnik einsetzen.

 Der WGG begrüßt die Empfehlungen der EFI-Kommission und  unterstützt sie nachdrücklich.

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05.03.2024

Genomeditierte Kartoffeln gegen die Kraut- und Knollenfäule

Durch die CRISPR/Cas induzierte Inaktivierung der StNRL-1-Gene in Kartoffeln wird eine Resistenz gegen die Kraut- und Knollenfäule erreicht.

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15.02.2024:  Bundesamt für Umwelt (BAFU, Schweiz): Genehmigung der Freisetzung einer genomeditierten Gerste

► BAFU: BAFU bewilligt Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderter Gerste

Im Gegensatz zu Deutschland können in der Schweiz an einem geschützten Standort in Reckenholz des Forschungszentrums von Agroscope Freisetzungsversuche durchgeführt werden. Wie in Deutschland müssen aber die Untersuchungen im Freiland vorab genehmigt werden. Agroscope hatte am 09.09 2023 den Antrag für die Freisetzung der genomeditierten Gerste zu Untersuchungszwecken beim BAFU eingereicht.( B/CH/23/02 (B23002): Gesuch um Bewilligung eines Freisetzungsversuchs mit gentechnisch veränderten Gerstenlinien mit erhöhtem Ertragspotential). Dem Antrag wurde am 15.02.2024 stattgegeben und ein Untersuchungszeitraum von Frühjahr 2024 bis Herbst 2026 bewilligt.

Bei der Gerste wurden von Wissenschaftlern aus Berlin zwei leicht unterschiedliche CKX2-Gene gefunden. CKX2- Gene sind der Regulation der Samenbildung beteiligt. Sie kodieren für Enzyme, die in der Ähre Cytokine abbauen. Die Inaktivierung von CKX2-Genen führt beim Raps und Reis zu einer Ertragsteigerung. Wissenschaftler vom IPK-Gaterleben haben die fraglichen Gene (HvCKX2.1 und HvCKX2.2) mittels der Genschere CRISPR/Cas sequenzspezifisch inaktiviert. In diesen von Agroscope durchgeführten Untersuchungen soll nun in Freiland geprüft werden, ob die genomeditierte Gerste einen höheren Ertrag bringt und ob durch die Mutation sich negative Auswirkungen auf die Pflanze ergeben.

Es ist bedauerlich, dass deutsche Forschergruppen ihre Labor- und Gewächshausergebnisse nicht in Deutschland im Freiland überprüfen können. Theoretisch wäre es zwar möglich, aber die Erfahrungen haben gezeigt, dass solche Freilandarealen in der Regel verwüstet und die Untersuchungen nicht zu Ende geführt werden können. Deutschland hat es versäumt, für experimentelle Untersuchungen im Freiland „Protected Sites“ einzurichten.  

Siehe hierzu auch: ► Umfrage unter deutschen Wissenschaftlern (m/w) zeigt hohen Bedarf an Freilandstudien mit gentechnisch veränderten Pflanzen

17.02.2024

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Debatten zum Kommissionsvorschlag zur Regulierung von Pflanzen aus neuen genomischen Techniken (NTG)

      Sitzung des Agrarrats (AGRIFISH) am 26.03.2024

Auf der Sitzung des EU-Agrarrates (EU-Agriculture and Fisheries Council (AGRIFISH)) am 26. März 2024 wurde der Vorschlag der EU-Kommission zur Regelung von Pflanzen aus den neuen genomischen Techniken nur unter „Sonstiges“ behandelt. Die spanische Delegation konnte ihr ► Statement „The importance of providing the agrifood sector with new plant breeding strategies, based on genome editing techniques, to strengthen its sustainability, resilience, and profitability“, das von Czechien, Dänemark, Estonien, Finnland, Italien, Niederlande, Portugal und Schweden unterstützt wurde, vortragen. Entsprechend der ► Tagesordnung waren weder eine Aussprache oder Abstimmung darüber vorgesehen. Allerdings ergriffen die ► Vertreter von 24 Mitgliedsstaaten das Wort. Gemeinsam zollten sie den spanischen und belgischen Ratspräsidenten Anerkennung für ihre Bemühungen um einen gemeinsamen Standpunkt zu dem Kommissionsvorschlag. Von 18 Mitgliedsstaaten wurde die Bedeutung und die Notwendigkeit einer Regelung für genomeditierte Pflanzen betont und eine rasche Umsetzung des Kommissionsvorschlages mit entsprechenden Änderungsvorschlägen angemahnt (Nicht-Patentierbarkeit, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit, Sicherheitsbewertung). Kritisch äußerten sich die Vertreter von Slowenien, Kroatien, Rumänien und Österreich. Deutschland verwies auf noch offene Fragen, ohne sie jedoch anzusprechen und auf das Fehlen einer Einigung innerhalb der Bundesregierung. Drei Mitgliedsstaaten lehnen den Kommissionsvorschlag grundsätzlich abgelehnt.

Trotz vieler positiver Äußerungen kann vermutet werden, daß es nicht mehr vor den Europawahlen zu einem gemeinsamen Standpunkt der Mitgliedsstaaten kommen wird. Das Trilogverfahren rückt damit immer mehr in die Ferne.

EU-Parlament: Debatte und Abstimmung im EU-Parlament 

Das Parlament wird seinen Standpunkt für die Verhandlungen mit den EU-Staaten über EU-Vorschriften für neue genomische Techniken festlegen. Ziel ist es, das Lebensmittelsystem nachhaltiger und widerstandsfähiger zu machen, indem verbesserte Pflanzensorten entwickelt werden, die klima- und schädlingsresistent sind, höhere Erträge liefern oder weniger Düngemittel und Pestizide benötigen.

Weitere Informationen (https://www.europarl.europa.eu/news/de/agenda/briefing/2024-02-05/2/neue-genomische-verfahren-debatte-und-abstimmung-uber-neue-eu-vorschriften). 

 

Abstimmung: Mittwoch, 07.02.2024: 307 Stimmen für eine Reform, 263 dagegen, 41 Enthaltungen

 

07.02.2024

► EU-Parliament: New Genomic Techniques: MEPs back rules to support green transition of farmers

► AFBV-WGG-EU-SAGE-GfPB: Das Europäische Parlament erkennt die Notwendigkeit der neuen genomischen Techniken 

 

 

  07.02.2024

► AFBV-GfPB-WGG: Appell an die Mitglieder des EU-Parlaments zur Abstimmung über die Regulierung von Pflanzen aus neuen genomischen Techniken (NGT)

Unsere Verbände sind davon überzeugt, dass der verantwortungsvolle Umgang mit NGTs der Gesellschaft als Ganzes Vorteile bringen und ein wirksames Instrument zur Steigerung der Nachhaltigkeit von Agrar- und Lebensmittelsystemen darstellen und damit zur Ernährungssicherheit in der EU beitragen können.

02.02.2024

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EU-Parlament/ENVI-Ausschuss: Debatte und Abstimmung im EU-Parlament über den Kommissionsvorschlag zur Regulierung von Pflanzen aus neuen genomischen Techniken (NGT)

Abstimmung: Mittwoch24.01.2024: 47 Stimmen für eine Reform, 31 dagegen, 4 Enthaltungen

Diese positive Entscheidung ebnet weiter den Weg für eine Umsetzung des Kommissionsvorschlags. Die Hindernisse sind jedoch noch nicht überwunden. Ausschlaggebend wird nun das Abstimmungsergebnis im EU-Parlament und die Entscheidung im Ministerrat sein, damit die Verhandlungen zwischen Parlament, Mitgliedsstaaten und Kommission (Trilog-Verfahren) beginnen können.

24.01.2024

 

► WGG-Pressemitteilung:

EU-Umweltausschuss stimmt für eine evidenzbasierte Regulierung von Pflanzen aus den neuen genomischen Techniken

Der Umweltausschuss (ENVI) des Europäischen Parlaments hat sich in seiner Sitzung am 24.01.2024 mit deutlicher Mehrheit von 47 zu 31 bei 4 Enthaltung für eine evidenzbasierte Regulierung von Pflanzen aus den neuen genomischen Techniken ausgesprochen. Der Wissenschaftskreis Genomik und Gentechnik (WGG) begrüßt die Entscheidung des EU-Umweltausschusses und ist der Überzeugung, dass dies ein Schritt in die richtige Richtung für eine nachhaltigere Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung ist.

 

 

► WGG-AFBV Press release: EU Environment Committee votes in favour of an evidence-based regulation of plants derived from new genomic techniques

25.01.20204

► AFBV-EU-SAGE-WGG

Offener Brief an die Mitglieder des ENVI-Ausschusses zur Regulierung von Pflanzen aus den neuen genomischen Techniken (NGT)

Ehrgeizige Ziele wurden auf europäischer Ebene gesetzt, um die Ernährungssouveränität zu gewährleisten und dabei die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft zu erhalten. Um diese Ziele zu erreichen, sind fortlaufend Innovationen erforderlich. Die Notwendigkeit einer zügigen Verabschiedung der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Verordnung zur Regulierung von NGT-Pflanzen wird zur Erreichung der Ziele aus dem Green Deal und der Innovationsförderung wird betont.

Mehr als 500 Unterzeichner haben den offenen Brief gezeichnet.

► AFBV-EU-SAGE-WGG: Open letter to the members of the ENVI Committee on the regulation of plants derived from new genomic techniques

20.01.2024

Bereich Gentechnik / Anwendungen, die nicht unter neue genomische Techniken fallen

16.02.2024: Die australische-neuseeländische Behörde FSANZ lässt die gv-Bananen-Varietät QCAA-4 mit einer Resistenz gegen den Pilz TR 4 (Panama-Disease) zum Anbau und als Lebensmittel zu.

Australian agencies announced approvals for commercial cultivation and food use of GM disease resistant banana.

► Food Standards Australia New Zealand (food approval)

► Office of the Gene Technology Regulator (environmental assessment and approval

 

► Weitere Informationen: Bananen mit Resistenz gegen den Pilz TR4 (Panama Disease)

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Zulassung von gv-Pflanzen in der EU

Das Zulassungsverfahren von gentechnisch veränderten Pflanzen (gv-Pflanzen) verläuft von der Antragstellung durch einen Erstinverkehrbringer bis zur Zulassung durch die Kommission nach einem gesetzlich vorgegebenen Schema und Zeitrahmen. Der Zeitrahmen wird in der Regel nicht eingehalten. Das Verfahren beinhaltet die Risikobewertung durch die EFSA und das Risikomanagement durch die Mitgliedstaaten und die Kommission (► Komitologie).

EFSA Sicherheitsbewertungen 2024 

Mais DP-202216     03.07.2019; 23.11.2019; 07.02.2024 – 20.03.2024

GMO Panel (2024): Assessment of genetically modified maize DP202216 for food and feed uses, under Regulation (EC) No 1829/2003 (application EFSA-GMO-NL-2019-159). EFSA Journal, 22(3), e8655. https://doi.org/10.2903/j.efsa.2024.8655

Komitologie-Verfahren 2024 

Am 28.02.2024 tagte das Standing Committee on Plants, Animals, Food, and Feed (SCoPAFF) – Sections Genetically Modified Food and Feed. Es war mehr ein informelles Treffen. Die Mitglieder ließen von der EFSA über die im Januar 2024 veröffentlichten Ergebnisse der ► Sicherheitsbewertungen von Mais DP-023211-2, Mais DP-915635 und Mais MON 811 unterrichten. Entscheidungen über Kommissionvorschläge für Zulassungen von gv-Pflanzen standen nicht an.

 

Zulassungen von gv-Pflanzen in der EU

Am 26.01.2024 hat die Kommission den gv-Mais Bt 11 x MIR 162 x MIR 604 x MON 89034 x 5307 x GA 21 neu zugelassen und

für zwei gv-Raps-Pflanzen Ms8 Rf3 , Ms8 x Rf3 und GT 73 die Zulassung erneuert.

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Lebensmittelenzyme  EFSA-Sicherheitsbewertungen 2024

Im 1. Quartal 2024 hat die EFSA die ► Ergebnisse der Sichrheitsbewertungen von 19 Lebensmittelenzymen veröffentlicht. Fünf Lebensmittelenzyme stammen aus GMMO. Zwei Lebensmittelenzyme ( Transglutaminase, Leucin-Aminopeptidase) wurden als „unsicher“ eingestuft, da der Sicherheitsabstand zwischen der Expositionsmenge und dem NOAEL zu gering ist. Sechs Lebensmittelenzyme wurden mit GMMO gewonnen. Für 14 weitere Lebensmittelenzyme wurden die Sicherheitsbewertungen abgeschlossen, aber die Stellungnahmen noch nicht veröffentlicht.

 

Im 1. Quartal 2024 ► 14 neue Anträge zur Sicherheitswertung von Lebensmittelenzymen bei der EFSA eingegangen. 11 davon beziehen sich auf Enzyme aus gentechnisch veränderten Mikroorganismen (GMMO).

01.03.2024

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Jahresrückblick 2023

Neue genomische Techniken (NGT)

Am Mittwoch, 05.07.2023, hat die EU-Kommission ihren langerwarteten Vorschlag zur Regulation gewisser genomeditierter Pflanzen veröffentlicht. ► „Vorschlag für eine VERORDNUNG DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über mit bestimmten neuen genomischen Techniken gewonnene Pflanzen und die aus ihnen gewonnenen Lebens- und Futtermittel sowie zur Änderung der Verordnung (EU) 2017/625“

Der Vorschlag sieht die Einführung von zwei Kategorien genomeditierter Pflanzen vor:

Die Gruppe der NGT-1-Pflanzen. Sie werden Pflanzen aus konventionellen Züchtungsverfahren gleichgestellt. NGT-1-Pflanzen, die als Lebens- und Futtermittel in Verkehr gebracht werden, benötigen keine Kennzeichnung oder Rückverfolgbarkeit. Als Saatgut benötigen NGT-1-Pflanzen jedoch eine Kennzeichnung.

Die Gruppe der NGT-2-Pflanzen unterliegt weitgehend den Anforderungen der bestehenden Gentechnikgesetzgebung.

Mit dem Vorschlag begann

   a) der vorgeschriebene Weg zur Umsetzung in eine Verordnung und

   b) die wissenschaftliche sowie politische Diskussion.

Der Vorschlag wurde je nach Einstellung zur Gentechnik allgemein und zu modernen Züchtungsmethoden sehr kontrovers aufgenommen (► Rückmeldungen zum Kommissionsvorschlag). Insbesondere Ökoverbände sehen in ihr das Ende einer ökologischen Landwirtschaft und die Erzeugung von Lebensmitteln ohne Gentechnik.

Spanische Ratspräsidentschaft hat sich die intensiv für die Umsetzung des Vorschlags der Kommission im Gesetzgebungsverfahren eingesetzt. Es standen die Beratungen und Abstimmungen in den Ausschüssen des Europäischen Parlaments und den Mitgliedstaaten an. Am 20.11.2023 tagten der Agrarministerrat (AGRI-Counsil) und der Agrarausschuss (AGRI-Committee). Während im Agrarministerrat auf Grund der Enthaltung Deutschland keine Einigung über den Kommissionsvorschlag erzielt werden konnte, wurde im Agrarausschuss der Kommissionsvorschlag mit Änderungen angenommen. Am 24. Januar 2024 geht es weiter mit den Beratungen und der Abstimmung im ENVI-Committee.

Ab Januar 2024 übernimmt für die nächsten sechs Monate Belgien die Ratspräsidentschaft.

Grüne Gentechnik – Pflanzen

Zulassung von gv-Pflanzen für den Import als Lebens- und Futtermittel

Die Kommission hat 13 gentechnisch veränderte Pflanzen für den Import als Lebens- und Futtermittel zugelassen. 7 gv-Pflanzen wurden erstmals zugelassen und für 6 wurde die Zulassung erneuert. Die durchschnittliche Zeitdauer für die Bearbeitung der Anträge – vom Eingang bei der EFSA bis zur Zulassung durch die Kommission betrug für Neuzulassungen 51,2 Monate und die die Erneuerung der Zulassung 28,1 Monate (► Zulassungen 2023)

Für sechs gv-Pflanzen sind 2023 Anträge für die Sicherheitsbewertung bei der EFSA eingegangen. Für Mais MON 810 und DP-023211-2 sind die Sicherheitsbewertungen abgeschlossen, aber die Stellungnahmen wurden 2023 nicht mehr veröffentlicht. Für fünf weitere gv-Pflanzen wurden die Stellungnahmen noch 2023 veröffentlicht, wobei für zwei (Mais GA21xT25 und Mais 87419) auch noch 2023 die Zulassung erfolgte.

Lebensmittelbiotechnologie / Weiße Gentechnik – Enzyme

2023 wurden durch das CEP-Panel für insgesamt 71 Lebensmittelenzyme die Sicherheitsbewertung abgeschlossen. Für 61 Lebensmittelenzyme wurden die Stellungnahmen in 2023 veröffentlicht (► 2023 abgeschlossene Sicherheitsbewertungen). Unter den 61 Lebensmittelenzymen wurden 23 mithilfe von gv-Mikroorganismen gewonnen.

2023 sind 101 Anträge zur Sicherheitsbewertung von Lebensmittelenzymen bei der EFSA eingegangen (► ausstehende Sicherheitswertungen).

In Hinblick auf die Veröffentlichung einer „Union-List“ für verkehrsfähige Lebensmittelenzyme sind aus der Liste der Anträge, die bis zum Stichtag 11.03.2015 noch für insgesamt 67 Lebensmittelenzyme zu bewerten, wobei für 7 die Anträge dem Panel noch nicht zur Bewertung vorgelegt worden sind (► Stichtagsliste). Da für die Lebensmittelenzyme aus der Stichtagsliste der Zeitraum für die Sicherheitsbewertung nicht vorgeschrieben ist, aber die Unionsliste erst nach der Bewertung aller Lebensmittelenzyme aus der Stichtagsliste erstellt werden soll (kann), ist vermutlich nicht vor Ende 2026 mit der Union-List zurechnen.

12.01.2024

Dahm J. und Arboleas M.S.: 2023 in der EU-Agrarpolitik: Ein Jahr der Hindernisse und Blockaden

Debatten und politische Entscheidungen rund um Landwirtschaft und Lebensmittel sind üblicherweise emotional und oft stark polarisierend. Im Jahr 2023 gab es in der EU-Agrar- und Lebensmittelpolitik jedoch ein neues Ausmaß an Blockaden und Dramen.

https://www.euractiv.de/section/farm-to-fork-strategie/news/2023-in-der-eu-agrarpolitik-ein-jahr-der-hindernisse-und-blockaden/

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